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Herzlich willkommen auf Wumbabas Blog!

Februar 4th, 2009

Liebe Freunde Wumbabas, mit dem im März 2009 erschienen Band Wumbabas Vermächtnis ist die Wumbaba-Trilogie vollendet. Es gibt nun für mich im Leben noch anderes zu tun; ich muss zum Arzt und möchte auch mal wieder tagsüber in die Stadt gehen können, um Hemden zu kaufen. Aber der Strom von Post reißt nicht ab. Sänger singen weiterhin zu undeutlich. Liedtexte sind miserabel und müssen durch Um- und Andershören verbessert werden. Menschen hören immer noch schlecht und berichten mir darüber. Daraus soll kein Buch mehr werden, denn eine Trilogie mit vier Büchern… – das wäre irgendwie überfüllt, oder? Aber wozu habe ich schließlich vor einigen Jahren das Internet erfunden? Hier werde ich, wenn es meine knappe Zeit zulässt, immer wieder über die schönsten und interessantesten Verhör-Erlebnisse der Menschen berichten, die mir geschrieben haben und noch schreiben werden. Mit einem herzlichen „Auf Wiederhören!“

Axel Hacke

Zur Eröffnung der Wumbaba-Ausstellung in Kassel

November 15th, 2010

Kürzlich war ich in Kassel, wo in der „Caricatura – Galerie für komische Kunst“ die Ausstellung „Der weiße Neger Wumbaba“ eröffnet wurde, in der die Menschen endlich einmal (und das noch bis zum 23. Januar) Michael Sowas Originalbilder zu unseren drei Büchern anschauen können – und nicht nur die! Denn in Kassel hängen jetzt Bilder aus allen Büchern, die wir beide zusammen in zwanzig Jahren Zusammenarbeit produziert haben, vom König Dezember bis zum kleinen Bären namens Sonntag und von Hackes Tierleben bis zum Wortstoffhof – wo gab es bisher so etwas? In Deutschland jedenfalls noch nie, nur in Japan, in Kyoto und Tokio, wo der Sowa vor zwei Jahren bei einer Ausstellungseröffnung mal von kreischenden jungen Frauen gefeiert wurde wie ein Bandmitglied von Tokio Hotel. (Dann verschwanden seine Bilder wieder in den Wohnungen seiner zahlreichen Sammler.)

Ganz so euphorisch war das Publikum in Kassel nicht, der Osthesse ist wohl selbst in Momenten größten Ausgerastetseins zum Kreischen weder willens noch in der Lage. Aber sehr schön war es trotzdem, auch weil mein alter Freund und Kollege Hermann Unterstöger von der Süddeutschen Zeitung die Ausstellung mit einer wunderbaren Rede eröffnete, in der er zu einen darauf hinwies, dass – dank der Wumbaba-Trilogie – der weiße Neger heute als eine der wichtigsten und volkstümlichsten Schöpfungen von Matthias Claudius gilt. Und in der er zum anderen erklärte, worum es Sowa und mir beim Malen und Schreiben geht: Hinter dem Schein das Wahre zu erkennen, hinter dem Schnöden das Bunte und Schöne, hinter dem Halben das Ganze. Besonders dankbar waren wir Unterstöger für die Herausarbeitung der theologischen Dimensionen unserer Tätigkeit anhand eines Liedbeispiels, des Kirchenliedes „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ nämlich, in dem der weiße Neger Wumbaba, so Unterstöger, statt der bekannten Antwort „Gott, der Herr, hat sie gezählet“ eine ganz andere gibt, nämlich diese: „Gott, der Herr, hat sieben Zähne.“

Was, so nun Unterstöger in seiner Kasseler Rede, „frage ich, geschieht da? Hier geschieht erstens ein längst fälliges Stück Aufklärung, weil nämlich Gott die Sterne überhaupt nicht gezählt hat, wo käme er da auch hin. Er hat zwar einmal mit dem Zählen begonnen, ist aber schon nach 24 Galaxien der Sache überdrüssig geworden. Zweitens ereignet sich hier etwas Theologisches, weil uns Gott menschlich näher gerückt wird, weil wir mit heiligem Staunen erfahren, dass es neben der Gottähnlichkeit des Menschen wohl auch eine Menschenähnlichkeit Gottes gibt. Sieben Zähne, sagen wir uns, ach herrje, da wird es höchste Zeit für Implantate, hoffentlich übernimmt das die Kasse!“

Gott, der Herr, gemalt von Sowa – auch dieses Bild hängt übrigens in Kassel.

Wumbaba-Ausstellung im CARICATURA-Museum in Kassel

November 11th, 2010

Von der CARICATURA-Website

Die CARICATURA Galerie präsentiert das kongeniale Bild-Text-Gespann Michael Sowa und Axel Hacke mit der Ausstellung „Der weiße Neger Wumbaba“. Der Ausstellungstitel zitiert den gleichnamigen gemeinsamen großen Bucherfolg der beiden Künstler. Hacke behandelt darin als Autor auf amüsante Weise das Thema „Missverstandene Liedtexte“, wobei schon der Buchtitel auf einen Verhörer zurück geht, Matthias Claudius’ berühmtes Abendlied, in dem es heißt: „Der Wald steht schwarz und schweiget / und aus den Wiesen steiget / Der weiße Nebel wunderbar.“ Der letzte Vers wurde hier als „Der weiße Neger Wumbaba“ missverstanden. Ein zweites Buch zu diesem Thema erschien 2007 unter dem Titel „Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück“, ein drittes 2009 unter dem Titel „Wumbabas Vermächtnis“. Hackes Bücher wurden in bisher 16 Sprachen übersetzt.
Die Bildwelten zu Hackes Texte schafft der Berliner Maler Michael Sowa. Er gehört zu den ganz herausragenden Malern im Genre der Komischen Kunst. Bekanntheit erlangte Michael Sowa aber auch durch den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001), in dem einige seiner Werke zu sehen waren.
Sowas beliebteste Motive sind Tiere, vor allem Schweine. Eine fliegende „Autobahnsau” etwa oder Zugschweine, die sich auf Telegraphendrähten sammeln. Der Reiz seiner Bilder liegt in der Verbindung von altmeisterlicher Maltechnik und komischem Inhalt.

  • Eröffnung: 12. November 2010, 19:30 Uhr
    Der Eintritt am Eröffnungsabend ist frei.
  • Laudatio: Hermann Unterstöger
  • Ort: CARICATURA Galerie für Komische Kunst
    im KulturBahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel
  • Führungen: Öffentliche Führung jeden Sonntag um 15 Uhr
  • Geöffnet: Do, Fr 14 bis 20 Uhr und
    Sa, So, feiertags 12 bis 20 Uhr
  • Kontakt: Tel. 0561 776499 – presse@caricatura.de
  • Eintritt: 3 Euro